Bericht von Klaus Oberkandler, Fotos: Wolfgang Hillreiner

Um dieses hohe Qualitätsniveau zu erreichen und zu halten, bietet der Verband alljährlich eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen an. Geschäftsführerin Andrea Westenthanner aus Burgkirchen berichtete, dass im letzten Jahr zwölf Kurse angeboten und mehr als 160 Teilnehmer geschult wurden. Rechnet man das Online-Seminar dazu, dann war die Teilnehmerzahl noch deutlich höher. Das große Interesse an den beiden Grundkursen bei Andreas Franzl in Oberkorb im Landkreis Erding mit zusammen 37 Teilnehmern zeigt das große Interesse am Einstieg ins Obstbrennen. Auch die Sensorikseminare erfreuten sich wieder großer Beliebtheit, lernt man doch dabei, die Qualität von Produkten richtig zu beurteilen. In diesem Jahr, so berichtete Andrea Westenthanner, sind elf Kurse bzw. Fortbildungsveranstaltungen geplant.
Rund 10 000 Euro hat der Verband im vergangenen Jahr für die Kurse bzw. für die Referenten ausgegeben. Dieser Betrag, so erläuterte Christian Stocker in seinem Kassenbericht, seien durch die Kursgebühren aber wieder hereingekommen. Dennoch habe man das Geschäftsjahr mit einem kleinen Verlust von etwa 1300 Euro abgeschlossen, der aus den Rücklagen ausgeglichen wird. Bei den Ausgaben von gut 67000 Euro waren die Lohn- und Nebenkosten mit gut 24000 Euro der größte Posten.
In der Versammlung wurde auch die Preisgestaltung für Destillate angesprochen. Dazu fand im vergangenen Jahr eine Fortbildungsveranstaltung statt, die auch in diesem Jahr angeboten werden soll. Zu diesem Thema gab es am Rande der Versammlung einige Rückfragen. Der Standpunkt von Vorstandschaft und Geschäftsführung ist ganz klar: Mit industriellen Massenprodukte in Supermärkten können und wollen sich handwerkliche Obstbrenner preislich nicht messen. „Bei uns gibt es keine Massenprodukte“, sagt Schnitzer und betonte das Alleinstellungsmerkmal heimischer Erzeugnisse.
Andrea Westenthanner informierte auch über andere Verbandsthemen wie zum Beispiel den monatlich an die Mitglieder verschickten Rundbrief und die alljährliche Lehrfahrt. Im vergangenen Jahr führte sie an den Bodensee und in den Bregenzer Wald, heuer heißt das Ziel Wien. Westenthanner wies auch auf die Brennerstammtische hin, von denen sich vor allem der in Traunstein dank seiner Themenvielfalt großer Beliebtheit erfreut. Der nächste findet am 13. Februar im Gasthaus zur Post in Kammer statt. Diesmal geht es um Produkte, die aus Nüssen hergestellt werden.
Neben der Geschäftsführerin nahm auch Vorsitzender Kajetan Schnitzer an einer Reihe von Terminen teil: zum Beispiel an der Bundesverbandssitzung, der Prämierungsfeier, einigen Videokonferenzen des Bundesverbandes, der Prämierungsfeier und Ende November an der Krönungsveranstaltung der Deutsche Destillatprinzessin Denise Meyer aus Oberfranken. Sie stellte sich im Rahmen der Brennerversammlung am Irschenberg vor und erzählte, wie bei ihr vor einigen Jahren die Begeisterung für den Brennerhandwerk ausgebrochen ist. Heute stehe sie für handwerkliche Perfektion und schwört auf regionale Rohstoffe in der Destillationskunst.

Kajetan Schnitzer freute sich, dass neben der Destillatprinzessin eine Reihe weiterer Ehrengäste an der Brennerversammlung teilnahmen und so ihr Interesse an diesem traditionellen Handwerk bekundeten. Neben Bürgermeister Klaus Meixner ging auch Landrat Otto Lederer kurz auf die Belange der Brenner ein. Landtagspräsidentin Ilse Aigner hob die wichtige Funktion der Brenner bei der Verarbeitung der Früchte von Streuobstwiesen hervor. Außer der Bezirksbäuerin Irmgard Posch aus dem Landkreis Erding nahmen auch die Landtagsabgeordneten Sebastian Friesinger (CSU) und Andreas Winhart (AfD) an der Tagung teil.
Erstmals beim Südostbayerischen Brennerverband war die neue Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Klein- und Obstbrenner, Silke Ecker-Lion aus dem Breisgau, die vor kurzem die Nachfolge von Gerald Erdrich übernommen hat. Sie informierte über ihren beruflichen Werdegang, der immer von Themen bestimmt war, die fachlich zum Themenkreis Destillieren und Alkohol gehören.